Archiv für März 2010

RLP: Landesweiter Appell für Mumia Abu Jamal gestartet.

mumia_04.jpgAnlässlich des „Tages für die Freiheit der politischen Gefangenen“, der in Deutschland seit Anfang der 90er Jahre auf Initiative u.a. der Rote Hilfe e.V., jährlich am 18.März mit Veranstaltungen und Kundgebungen begangen wird, startet das „Kaiserslautrer Bündnis für das Leben und die Freiheit von Mumia Abu Jamal“ einen landesweiten Appell, für den seit über 28 Jahre in der Todeszelle sitzenden schwarzen Journalisten Mumia Abu Jamal, dessen Leben immer noch von der Todesstrafe bedroht ist.

Im November letzten scheiterten wir mit dem Versuch über einen Kaiserslautrer Appell einen Stadtratsbeschluss gegen Anwendung der Todesstrafe in den USA zu erreichen. Trotzdem fand der Appell breite Zustimmung gerade auch im Gewerkschaftsbereich und unter Funktionsträgern der Parteien „Die Linke“ und Bündnis 90 / Die Grünen. Ausserdem wurde der Appell von Kulturvereinen und vielen Einzelpersonen unterstützt.

Dies ermutigt uns diese Aktion auf Rheinland-Pfalz auszuweiten und Vertreter_innen aus Politik, Kultur und sozialen Bewegungen aus dem ganzen Bundesland aufzufordern diesen Appell für das Leben von Mumia Abu Jamal und gegen die Todesstrafe zu unterstützen.

Quelle: Kaiserslautrer Bündnis für das Leben und die Freiheit von Mumia Abu Jamal


Rheinland-Pfälzischer Appell
für das Leben und die Freiheit
von Mumia Abu Jamal


Die Menschen aus ganz Rheinland-Pfalz legen im Zusammenleben besonderen Wert auf gegenseitiges Verständnis, Respekt und Toleranz und ein glaubwürdiges Auftreten für Menschenrechte. Als Rheinland-Pfälzer, deren Geschichte und Gegenwart in vielen Regionen stark mit den USA verknüpft ist, blicken wir auch besonders intensiv auf die Politik und die gesellschaftliche Entwicklung in den Vereinigten Staaten. Da wir uns für den Schutz der Menschenwürde und der damit verbundenen Grundrechte einsetzen, stellen wir uns weltweit gegen die Todesstrafe und sind bedrückt, das diese in den USA immer noch praktiziert wird.

Die Todesstrafe ist ein barbarischer Akt staatlicher Gewalt. Ihre Androhung und Anwendung verletzen das elementare Recht auf Leben und die Menschenwürde des Einzelnen. Sie ist unserer Auffassung nach weder mit Sicherheits- noch mit Vergeltungsbedürfnissen zu rechtfertigen und somit, unabhängig von der Schuldfrage, nicht akzeptabel. Wie sehr sie einer humanen Gesellschaftsordnung widerspricht, wird jedoch besonders deutlich, wenn die Schuldfrage nicht eindeutig geklärt ist, wie im Fall von Mumia Abu-Jamal. Der afro-amerikanische Journalist und Bürgerrechtler sitzt seit über 28 Jahren in der Todeszelle in den Vereinigten Staaten, weil er angeblich einen weißen Polizisten erschossen haben soll. Abu-Jamal beteuert seither seine Unschuld, und Menschenrechtsorganisationen haben eklatante Verfahrensmängel im damaligen Gerichtsprozess aufgedeckt, die offensichtlich auf rassistische Hintergründe zurückzuführen sind.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind zu Recht stolz auf die älteste demokratische Verfassung der Welt mit der Garantie gleicher Rechte für Alle. Diese Vorbildfunktion verpflichtet aber zu einer äußerst sorgfältigen und humanen Würdigung in jedem einzelnen Fall. Der Rechtsgrundsatz „in dubio pro reo“ (im Zweifel für den Angeklagten) muss natürlich in ganz besonderem Maße bei der Verhängung der Todesstrafe gelten.

Wir schließen uns der weltweiten Solidaritätskampagne an und fordern die endgültige Aufhebung des Todesurteils gegen Mumia Abu Jamal. Da die amerikanische Rechtsprechung im Falle von Mumia Abu Jamal keine weitere Chance auf ein faires Gerichtsverfahren mehr vorsieht, fordern wir folgerichtig dessen Freilassung, nachdem er trotz erdrückender Beweise die für seine Unschuld sprechen, schon über die Hälfte seines Lebens in einer Todeszelle verbracht hat.

Darüber hinaus fordern wir selbstverständlich eine vollständige Abschaffung der Todesstrafe. Besonders in den USA ist diese Entscheidung längst überfällig.

* Bitte unterstützen sie diesen Appell, durch die Angabe ihres Namens bzw. den Namen ihres Vereins, ihrer Gruppe bzw. Organisation.

Zum Runterladen und Weiterverbreiten:

*Appelltext18032010.pdf (26K)
*Anschreiben zum Appell.pdf (18K)
*Kaiserslautrer Appell mit Unterzeichnern(Dez09).pdf (30K)

Zuschriften an:
Kaiserslautrer Bündnis für das Leben und die Freiheit von Mumia Abu Jamal
Postfach 3570
67623 Kaiserslautern
email: freemumia.kl[ät]web.de

06.03.10 CultureClash @Kellerbau46- KL [on video]


[culture clash]

Zora | MySpace Video

Übrigens, das Projekt was da am Werk war heisst Tiefengestein feat. Jannik live on Sax

siehe auch: K.o.K.-roaches Einstand voller Erfolg!

SoliSampler: Musik für inhaftierte NATO-Gegner

sampler2.jpgMit einer Doppel-CD unterstützen Solidaritätsgruppen die Antirepressionsarbeit nach den Protesten gegen den NATO-Gipfel 2009 in Straßburg.

Menschen aus Berlin, Dresden und Rostock koordinieren gemeinsam mit Aktivisten aus dem Badischen die Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zur staatlichen Verfolgung der Kriegsgegner, die in den Tagen des NATO-Gipfels im April vergangenen Jahres in Straßburg verhaftet wurden. Mehrere der damals Inhaftierten sind zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt worden. Noch immer sitzen drei Antimilitaristen in Haft. Einige der Gerichtsverfahren sind noch nicht abgeschlossen. Beobachter empfanden die Prozesse als eine »auf Abschreckung angelegte Machtdemonstration«. Teilweise sind Entlastungszeugen nicht zugelassen und entlastende Fakten einfach ignoriert worden. Bereits im Vorfeld der ersten Verhandlungen hatte der französische Präsident Nicolas Sarkozy angekündigt, ein Exempel statuieren zu wollen.

Die Doppel-CD mit dem Titel »Solidarity is a … – benefit compilation for the strasbourg prisoners« will einen Beitrag zur Aufarbeitung der Folgen der Repression leisten. Neben einer spannenden internationalen Mischung von szenebekannten HipHop-, Folk-, Dancehall-, Ska- und Punkbands wie Guts Pie Earshot, Irie Revoltes, Across the Border und Yok finden sich, vor allem auf der zweiten CD, auch viele unbekannte Bands, die im Rahmen der Mobilisierung und Unterstützung der Proteste Konzerte gaben.

Do it Yourself-Kultur

Die Soli-CD stellt ein Bindeglied zwischen der Szene und den inhaftierten Aktivisten dar. Im 36 Seiten starken Booklet kommen neben der herausgebenden Gruppe allein die in Straßburg inhaftierten Gefangenen zu Wort. Einer ihrer Beiträge verweist auf die Notwendigkeit, eine Brücke zwischen politischem Aktivismus und Subkultur bzw. die Kulturgeschichte des DIY (Do it Yourself) zu schlagen. DIY ist für die Straßburger Gefangenen ein Baustein, »um eine Gegenhegemonie aufzubauen, ein Versuch, sich der Disziplinierung der kapitalistischen Verwertungs- und Verwurstungsmaschinerie zu entziehen. Nur eine Linke, die es schafft, ihre theoretischen Gebäude mit Leben, Liebe, Lust und (Gegen-)Kultur auszugestalten und für Veränderungen offen zu bleiben, wird auch eine Zukunft haben.« Das Propagieren einer eigenverantwortlichen Kultur des Musik-Selber-Machens und der selbstorganisierten Konzerte ist seit Jahrzehnten ein Baustein des Widerstands gegen politische Missstände und den Einheitsbrei der Kommerzkultur.

In dem Beiheft befinden sich darüber hinaus politische Statements und persönliche Texte über den Gefängnisalltag und die freudigen Reaktionen auf die Solidarität von draußen. Trotz der Fülle an Informationen ist das Heft sehr leserlich und fast schon puristisch gestaltet. Auf dem Cover befindet sich nur eine stilisierte Handsäge, die mit dem CD-Titel korrespondiert. Vor allem aber bleibt zu hoffen, dass der Sampler reißenden Absatz in Infoläden und über andere alternative Verbreitungswege findet. Der Gewinn, der beim Verkauf der CD erzielt wird, fließt vollständig in Antirepressions- und Knastarbeit, die im Zusammenhang mit dem NATO-Gipfel geleistet wurde und auch weiter notwendig sein wird.

Hörbeispiel: Colectivo La Platforma – Carlos Hermano.mp3

Solidarity is a … – benefit compilation for the strasbourg prisoners, Doppel-CD, 12 €.
Bestellungen über E-Mail: soli-cd@riseup.net
solidarity.blogsport.de

Quelle: ND, 10.03.2010

K.o.K.-roaches Einstand voller Erfolg!

Was soll mensch da noch schreiben; Die Hütte hat gebrannt. Heißhungrig auf die näxte Beatclub-ähnliche Party ging es früh los und endete dementsprechend spät. Die Musk war Klasse, die Dj’s, Vocalists und Musiker gaben Alles.

cco2.jpgNach dem Reggae&Dancehall-Warm up mit MeinerEiner, Rub-batz von RebelVoice und MC Wozu waren mit Kyrill und Dj Arsonist feat. Stagerocka die richtigen Plattenartisten und Einheizer am Werk um die Massen in Verzückung zu versetzen. Selbst der beabsichtigte Break zwischen Drum&Bass und Techno brachte keinen Stimmungsabfall. Getragen von Janniks fantastischem Saxophon und den Steinbruch-Beats von Tiefengestein gings weiter bis nach Sonnenaufgang. Unsere Freunde von Beatcheese hätten wohl auch noch länger durchgehalten. Die K.o.K.-Roaches-Crew hat es außerdem gepackt mit der Musikauswahl, der Lightshow und natürlich ihrer Präsentation des Vereins die Beatclub-Partys noch zu toppen. Den größten Beitrag lieferte aber das feierwütige Publikum, was hervoragend mitging und trotz teilweise hoher Drehzahlen, so cool und locker blieb, wie wir das schon von den Beatclubs kennen.
Die Einzigen, die aus der Reihe tanzten war mal wieder die Security, die einmal mehr durch ihr provokatives eher eskalierendes als deekalierendes Auftreten auffielen. Das ist ein Problem mit dem sich der AStA der TU dringend befassen muss. Die Veranstalter der Party’s im Kellergebäude des Bau 46 sind da aussen vor (was an sich schon kein Zustand ist). Ein Grund (von vielen) warum die Uniräume, die unter AStA-Verwaltung stehen nicht das letzte Wort sein können. Wir brauchen ein selbstverwaltetes Zentrum!!!

Außerdem würde ich viele der Menschen, die auf unseren Partys rumspringen gerne öfters treffen als nur alle zwei Monate. Da steckt (über die Partys hinaus) soviel Potential drin die Stadt offensiv und kreativ zu verändern.

Aber bald wird es ja ne Räumlichkeit geben, wo mensch sich regelmässig treffen kann. Die K.o.K.roaches-Crew ist gerade dran Räume zu renovieren, die danach für Ausstellungen, Lesungen, Film und Kneipenabende, Workshops etc. zur Verfügung stehen sollen. Ein erster Schritt in Richtung Zentrum ist damit gemacht. K.o.Kroaches geht es, nach dem eigenen Selbstverständnis darum Menschen mit ihren vielfältigen Ideen und kreativen Möglichkeiten zusammenzubringen. Jede und JedeR ist gefragt, sich einzubringen. Konsumieren (nach dem Motto „Man muss nehmen was kommt“) war gestern. Jetzt gehts darum sich gemeinsam und gleichberechtigt Freiräume zu schaffen, in denen wir selbstbestimmen können, was wir wollen und wie wie es wollen.

Stimmen zur Party:

kyrïll[riøt-bpm]: Willlenlos!!! FULL HOUSE!
BIG UP RUB-BATZ, ARSONIST, STAGEROCKA, WoZu, HAPPY + MECKIE MESSER und den Rest der KOK-ROACHES!
So – und net anders – werd gefeiert
AAAARRRRIVVAAAAAA!

dj arsonist: war echt ne super party!
die hütte voll bis oben hin. die stimmung super! auch das mit den verschiedenen musikstillen auf einem floor hat wunderbar funktioniert! danke an die kaiserslautern mafia! mir hats ohne ende spaß gemacht!

Quelle: http://www.future-music.net/

und was die Rheinpfalz so schreibt:

Neuer Kulturverein stellt sich vor

K.o.K.-roaches will alternative Kultur in der Barbarossastadt fördern

cc01.jpg Es tut sich was in der Kaiserslauterer Kultur-Landschaft: Der neu gegründete Verein K.o.K.-roaches – Kultur ohne Kommerz Kaiserslautern hat sich zum Ziel gesetzt, alternative Kultur- und Kunstangebote in der Stadt und ihrer Umgebung zu unterstützen – und zwar ohne kommerzielle Interessen. Am Samstagabend fand im Keller des Universitätsbaus 46 als erste Veranstaltung der Initiative die gut besuchte „Culture Clash“-Party statt.

Der im Oktober vergangenen Jahres gegründete Verein zur Förderung von Kultur außerhalb des Mainstreams möchte insbesondere entsprechend interessierte Menschen zusammenbringen und „nichtkommerzielle Kunst-, Kultur- und Bildungsveranstaltungen organisieren“, so die Presseinformation der Vereinigung. Ein weiteres Ziel ist die Einrichtung eines alternativen Kulturzentrums in Kaiserslautern, das „selbstverwaltet, generationsübergreifend, interkulturell und emanzipatorisch“ sein soll.

Das „Wappentier“ des Kulturvereins ist eine Kakerlake, was auf einem Wortspiel mit der Abkürzung „K.o.K.“ („Kultur ohne Kommerz“) und dem englischen Begriff „cockroach“ für Küchenschabe beruht. Zudem sei die Kakerlake eines der ältesten Tiere der Erde, widerstandsfähig, lebensfähig selbst unter widrigen Umständen, sowie in sozialen und kommunikativen Verbänden lebend. „Grund genug, derart erfolgreiche Überlebenskünstler zum Vorbild zu nehmen“, erklären die K.o.K-roaches auf ihrer Website. Als eine Konkurrenz zu bestehenden Veranstaltern sieht sich der Verein nicht. Dem stehe schon die Ausrichtung gerade auf „alternative“ Kultur entgegen, wie Tine Tischer, eines der Vorstandsmitglieder und Ansprechpartnerin während der „Culture Clash“-Veranstaltung, erklärte.

Jene Party für ein selbstverwaltetes Kulturzentrum in Kaiserslautern sollte eine allererste Aktivität sein, um den Verein und seine Ziele bekannt zu machen. Dafür hatte man sich einiges einfallen lassen. Umrahmt von ungewöhnlichen Licht-Installationen, etlichen Lichterketten und bunten Projektionen an den Wänden kreierten die eingeladenen Musikschaffenden aus Mannheim, Heidelberg und Kaiserslautern populäre Sounds, die meist in konkreter Interaktion mit Live-Darbietern (per Beatboxing etwa oder Saxophon-Spiel) standen.

So schufen Meckie Messer Muzak (Reggae/Dancehall), Revolt Sound (Reggae/Dancehall/Drum&Bass) und DJ Arsonist (Drum&Bass) im Verein mit MC Stagerocka, MC Wozu sowie mit den Beatbox-Spezialisten Raze-T und Triple M unter den zahlreichen Besuchern schon zu recht früher Stunde eine mitreißende Stimmung. Für den frühen Morgen standen noch die Projekte Tiefengestein (Minimal Techno mit Live-Saxophon) und Beatcheese (Minimal House/Techno) auf dem Programm. Verkaufsstände, etwa mit selbst gestalteten T-Shirts, und frisch gemixte Drinks rundeten die Party ab. Alle Mitwirkenden des Abends verzichteten übrigens für den Verein auf ihre Gage, und am Eingang konnte man wählen, ob man zu Gunsten der K.o.K-roaches einen Euro extra zum regulären Eintritt entrichten wollte. Die meisten Besucher machten von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Für weitere Aktivitäten hat sich der Verein bereits Räume in der Innenstadt angemietet, so Tine Tischer weiter. Die Räumlichkeiten werden derzeit renoviert und sollen künftig insbesondere für „leise“ Veranstaltungen wie Lesungen und Ausstellungen dienen. Als nächste Aktivität ist eine Ausstellung zum Thema Kakerlaken geplant, die Mitte April mit Fotos, Skulpturen, Comics, Büchern und Ähnlichem eröffnet werden soll. Hierzu sind alle Interessierten eingeladen, Beiträge zu liefern. (kel)

Informationen zum Kulturverein K.o.K.-roaches – Kultur ohne Kommerz Kaiserslautern e.V. gibt es unter der Internet-Adresse http://kokroaches.blogsport.de .

Quelle: RP-Pfälzische Volkszeitung, Seite 18 bzw. 4(Lokalteil), 9.03.2010




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: