NEW SAMPLER: Stay Rude, Stay Rebel

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STAY RUDE, STAY REBEL
A new Punkrock, Reggae & Dub Mix
compiled by MeckieMesserMuzak

Songlist:
1.Selecter – Blood & fire.mp3
2.The Beat – Rough rider.mp3
3.The Clash – Armagideon Time.mp3
4.The Clash – Justice Tonight#Kick It Over.mp3
5.The Ruts – Jah War.mp3
6.Las Manos de Fillipi – Los Methodos Piqueteros.mp3
7.Bad Brains – Rally Round Jah Throne.mp3
8.Culture Shock – Messed up.mp3
9.Culture Shock – Messed up Dub.mp3
10.Desechos – Que se vayan todos.mp3
11.SkaP – Legalisacion .mp3
12.Red Beat – Red Beat.mp3
13.The Slits – I Heard It Through The Grapevine.mp3
14.Vivien Goldman – Private Armies Dub.mp3
15.Xao – Fortschrittsträume.mp3

Download here

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REZEPT DER WOCHE 2:

Bioterrorbombe des Tages: Chilisoße

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Für die islamistische Terrorkriegerszene ist London irgendwie kein gutes Pflaster. Richtig gerummst hat es nur einmal. Am 7. Juli 2005 wurden fast 60 Menschen getötet, als in drei U-Bahnzügen und einem Doppeldeckerbus vier Bomben explodierten. Aber selbst da lief nicht alles nach Plan: Wie sich später herausstellte, war frühmorgens der Zubringerzug der vier Attentäter ersatzlos gestrichen worden, wodurch mindestens zwei von ihnen nur verspätet an den Orten des Geschehens hätten eintreffen können. Die Sprengladungen gingen trotzdem hoch.

Danach aber nur noch Pleiten, Pech und Pannen: Zwei Wochen später scheiterte eine erneute U-Bahn-Attacke in der britischen Hauptstadt. Ebenso vereitelt wurde im August 2006 der Plan, auf dem Flugzeuglokus gepanschte Chemiebomben in Linienfliegern zu zünden. Ende Juni 2007 schließlich wurde die Bombenlast zweier Autos im Zentrum Londons rechtzeitig entschärft. Ein Täter hatte seinen Mercedes im Parkverbot abgestellt, woraufhin dieser abgeschleppt wurde. Sein Terrorkollege »rammte« vor Nachtclubgästen »mehrere Mülltonnen, ließ den Wagen stehen und rannte davon«, wie Spiegel online seinerzeit schrieb.

Bei soviel Stümperei tut Abhilfe not. Wie britische Zeitungen berichteten, hielt am Dienstag eine »Giftgaswolke« für drei Stunden den Stadtteil Soho in Atem. Zahlreiche Menschen hätten aus Angst vor einem chemischen Anschlag panisch die Flucht ergriffen, Häuser seien evakuiert und Straßen abgesperrt worden. Mit Atemschutzmasken ausgerüstete Feuerwehrmänner entdeckten schließlich die Quelle des Übels: Eine brennende Pfanne mit Chili-Dip, zubereitet von Chalemchai Tangjariyapoon, dem Koch eines Thai-Restaurants. Seine Soße rieche vielleicht »ungewöhnlich«, aber nicht nach Chemikalien, markierte der den Unschuldsengel. Das feurige Objekt wurde konfisziert, der Übeltäter blieb jedoch auf freiem Fuß. Was Scotland Yard offenbar nicht weiß: Ein paar Moslems leben auch im Fernen Osten. (rwu)

Quelle: jW, 04.10.2007

Anleitungen zum Bombenbau:

Chilisauce mit Koriander, Naam Plaah Prik
Rubrik: Saucen, Marinaden

Zutaten:
4 frische Chilischoten; thailaendische
2 Knoblauchzehen
3 El. Fischsauce
2 El. Zitronensaft
1 Stengel Koriander; frischer

Zubereitung:
Die Chilischoten waschen, vom Stiel befreien und im Moerser
zerstampfen oder in feine Ringe schneiden (Haende danach waschen
nicht vergessen).
Den Knoblauch schaelen und fein hacken. In einer kleinen Schuessel
mit den Chilis, der Fischsauce und dem Zitronensaft verruehren.
Den Koriander waschen. Den Stengel sowie die Blaetter fein
schneiden und zu der Chilisauce geben.

Variation
Man kann auch sehr fein geschnittene Scheiben einiger Schalotten
oder einer violetten Zwiebel unter die Sauce geben.

Info:
Zubereitungszeit: 15 Min.
Pro Portion: 45kJ/10kcal
E 1g, F 0g, Kh 2g
tb=El

Quelle: www.rezepte.li

Rote Chilipaste, Schärfegrad 9

4 Rote Habanero-Chillies, entkernt
1 Geh. Zwiebel
2 Zerdrückte Knofizehen
2 TL Gem Koriander
1 EL Frisch geh Koriander
2 1/2 Ingwerwurzel, geschält + gerieben
Saft und Schale von 2 Limonen
1 TL Salz
1/2 TL Schwarzer Pfeffer
3 EL Mais- oder Olivenöl
Zubereitung
Chillies spuelen und im oberen Teil eines Dampfkochtopfes 5 Min weich daempfen oder mit kochendem Wasser aufgiessen und 15 min ziehen lassen, abgiessen. Alle Zutaten in der Kuechenmaschine zu einem dicken Mus puerieren, nach Bedarf Oel dazugeben. In verschlossenem Glas in den Kuehlschrank stellen, innerhalb 1 Woche verbrauchen. Nicht Einfrieren.

Quelle: www.1001-rezept.de
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REZEPT DER WOCHE:

„Ratte in Rollsplit“
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Zutaten für vier Personen: 4 Stück Maispoulardenbrust mit Haut und Filet, Abrieb von 6 bis 8 unbehandelten Limonen und etwas Saft; 1 Bund Thaibasilikum, ein TL geröstete und gemörste Koriandersamen; 80 g Butter, schwarzer Pfeffer, unraffiniertes Meersalz, 150 g gemörste Blaumohnsamen, 500 g Möhren, 250 g Ingwer, Chili, Rohrzucker, Zitronengras, frischer Koriander, Basmatireis, Cocoscreme, rote Currypaste, Glasnudeln.

Zubereitung: Tags zuvor die geschälten Möhren in Stücke schneiden, geschälten Ingwer in sehr dünne Scheiben schneiden, Chilischoten halbieren, entkernen und in Mini-Würfelchen schneiden. Das Zitronengras andrücken und alles mit gleicher Menge an Meersalz und Rohrzucker vermengen. Am nächsten Tag die geriebene Limonenschale, den Saft, Koriandersamen, Pfeffer und Salz mit der Butter verkneten. Filets von der Poulardenbrust trennen, das Filet mit viel Limonenbutter und Thai-Basilikum unter die Haut schieben. Die Brust pfeffern und salzen, in Sonnenblumenöl beidseitig braten, in Mohn wälzen, auf Backblech bei 180 Grad acht bis zwölf Minuten garen. Schräg aufschneiden, auf den Beilagen anrichten. Das Zitronengras-Möhren-Ingwer-Gemisch im Eigensaft bissfest garen. Zitronengras entfernen, frischen Koriander unterheben. Als Garnitur: Basmatireis, rote Currysauce und frittierte Glasnudeln.

Jörg Raufeisen und Ole Plogstedt kochen als „Rote Gourmet Fraktion“

Quelle: FR, 26.10.’07

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R.I.P. LUCKY DUBE (1964-2007)

Zum Tod von Lucky Dube

Er hieß so wie ein berühmter Mafiaboß und war nicht nur in Südafrika ein Superstar. Doch anders als Salvatore Lucania, der 1962 unter dem Namen Namen »Lucky Luciano« in Neapel seine jahrzentelange Karriere als Cosa Nostra-Pate in Freiheit beendete, hat Lucky Dube das Glück letztlich verlassen. Er wurde am vergangenen Donnerstag in Johannesburg auf offener Straße von Räubern erschossen, die seinen grauen Chrysler an sich bringen wollten. Seine Tochter und sein Sohn hatten gerade das Auto verlassen, als sie zusehen mußten, wie ihr Vater ermordet wurde.

Lucky Philip Dube bekam seinen Vornamen »Lucky« – der Glückliche – im August 1964 von seiner alleinerziehenden Mutter, weil sie mit ihm nach mehreren Fehlgeburten endlich ein gesundes Kind zur Welt gebracht hatte. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Seine musikalische Begabung wurde erstmals entdeckt, als er nach dem plötzlichen Verschwinden des Schulchorleiters spontan dessen Rolle übernahm. Mit 18 gründete er mit Mitschülern seine erste Band.

Der nicht nur mit immer eindrucksvolleren Dreadlocks, sondern auch mit einer wohlklingenden, würdevollen Stimme gesegnete Lucky Dube begann seine Karriere als Sänger der Zulu-sprachigen Mbaqanga-Musik. Mbaqanga war die populäre Musik der südafrikanischen Townships der späten 50er bis 70er Jahre, nachdem das Saxophon die Pennywhistle als Leadinstrument ersetzt hatte. Die bekanntesten Gruppen dieses Stils waren und sind die Soul Brothers und die Mahotella Queens, deren Gesang eine afrikanisierte Version des US-amerikanisch DooWop-Stils der 50er Jahre darstellt. In diesem Stil veröffentlichte Lucky Dube Anfang der 80er Jahre seine ersten Platten.

Mitte der 80er wandte er sich dem auch in anderen Teilen Afrikas überaus geschätzten – weil voller Afrikabezüge steckenden – jamaikanischen Reggae zu. 1984 erschien Dubes erste Reggae-Platte, programmatisch »Rastas never die« genannt. Kurz vor seinem Tod erklärte er diese Wende: »Mbaqanga ist nur in Südafrika bekannt und wird meist auf Zulu gesungen. Ich wollte, daß meine Musik – meine Botschaft – nicht nur in Südafrika gehört wird. Reggaemusik findet man überall, und so wurde Reggae das Vehikel, um den Menschen überall in der Welt diese Botschaft nahezubringen.« Tatsächlich wurde Dube ein Superstar Afrikas und stand auch schon gemeinsam mit Michael Jackson, Celine Dion oder Sting auf der Bühne. Wurde »Rastas never die« nach Erscheinen in Südafrika verboten, kam 1985 der kommerzielle Durchbruch mit dem Album »Think About The Children«.

1989 erschien »Prisoner«. Der Titel steht programmatisch für die sozial und politisch engagierten Texte von Dube, der vielen als neuer Bob Marley galt. Nach dem Ende des Apartheidregimes behielt er seine kritische Haltung bei. Auf dem 1999er Album »The Way it is« finden sich Titel wie »Crime & Corruption; ein Thema, das im Nach-Apartheid-Südafrika nicht weniger aktuell ist als zuvor. Im Titelsong heißt es: »Machst du dir je Sorgen darüber, daß man dir deinen Wagen am hellichten Tag auf dem Highway 54 wegnehmen könnte, daß deine Frau eine Frau in schwarz wird, daß du das Haus verläßt und im Sarg zurückkehrst, mit einer Kugel im Kopf? Dann schließ dich uns an und kämpfe dagegen«. In Südafrika werden täglich 35 Autofahrer Opfer eines Fahrzeugraubes. Lucky Dube hinterläß eine frisch angetraute Frau und sieben Kinder, das jüngste ist drei Monate alt. (Quelle: jW, 23.10.’07)

Crime and Corruption
Do you ever worry about your house being broken into,
Do you ever worry about your car being taken away from you in broad daylight down Highway 54,
Do you ever worry about your wife becoming the woman in black,
Do you ever worry about leaving home and coming back in a coffin, with a bullet through your head,
So join us and fight this crime and corruption.

Lucky Dube – Crime and Corruption.mp3

Lucky Dube – Together.mp3

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HERBSTMELODIEN ’77

Wie die Geschehnisse im Herbst 1977 sich auf die Musik und das Lebensgefühl der danachfolgenden Generationen auswirkte.
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»Es ist ein langer Weg, er ist noch nicht zu Ende, auch wenn es mancher hofft.«
„Der lange Weg nach Derendorf „- Das ist ein Song aus dem Jahr 1978 von der 70er Punkband Mittagspause. Darin geht es um den Tod des RAF-Kämpfers Willy-Peter Stoll, der im September 1978 bei einem Essen in einem China-Restaurant im Düsseldorfer Stadtteil Derendorf erschossen wurde. Dieses Lied stellte als eines der ersten nach der von Ton Steine Scherben angeführten Politrock-Ära einen Zusammenhang zwischen der RAF als Teil der politischen Bewegung und der Subkultur der damaligen Zeit her.
„Punk als die Gegenkultur nach Schleyer und Stammheim, nach Mescalero und Kontaktsperre, Punk als die Gegenkultur in einem > wie man damals sagte < vollständig faschisierten Staat“ (D.Diedrichsen) war Ausdruck einer neuen Zeit. Ausser Punkrockbands wie Abwärts („Computerstaat“) setzten sich auch Post (bzw. Art)-Punkbands wie SYPH und Materialschlacht mit bis dahin ungewohnten („revolutionären“) musikalischen Mitteln mit der Ungeheuerlichkeiten der damaligen Realität auseinander.
Diese neue musikalische Sprache prallte auf „das festgefahrene gesellschaftliche System der BRD, die politische Hysterie – Stichwort RAF und DDR – , die jeden abweichenden Gedanken mit Sympathisant!, Kommunist! und „geh doch nach drüben“ quittierte, also kaum einen Fortschritt gegenüber 1968 zeigte(…) die sozialdemokratische und auch sonstige linke Spießigkeit, die ebenfalls keinen Freiraum für neue Gedanken lies und nur auf Machterhalt fixiert war, dazu das vom Friedensnobelpreisträger Willi Brandt abgesegnete Damoklesschwert Berufsverbote, daß über jeglicher linker politischer Betätigung junger Menschen hing zu einer Zeit, als ein Job beim Staat als erstrebenswert galt, der kann nachvollziehen, auf welches Frustrationspotential und damit Chancen die Idee PUNK in der BRD stieß, und welche Hoffnungen viele damit verbunden haben….“(m.fuchs)

Das Stück „Pure Freude“ heißt auf der EP übrigens „Klammheimlich“ und zeigt, dass S.Y.P.H. die Band war, die sich am explizitesten aller frühen deutschen Punkband auf den deutschen Herbst, die Konfrontation zwischen Staat und RAF, auf Stammheim und den Anspruch beider Seiten, dass wer nicht für sie sei ihr Feind sei, reagierte. So zeigt das Cover zwei Bildikonen aus dieser Zeit, auf der Vorderseite ein Tatortfoto von dem Kinderwagen, den die RAF bei der Entführung von Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer zum Stoppen seines Autos und zum Waffentransport verwendete, auf der Rückseite ein Foto eines Hubschrauber-Passagiers für einen Rundflug über Karlsruhe, der später als der gesuchte Terrorist Christian Klar identifiziert wurde, offenbar auf dem Weg Angriffsziele wie Gerichte und Staatsanwaltschaften auszukundschaften. Harry Rag beschreibt auf der S.Y.P.H.-Webseite wie sie damals 8 Wochen lang versuchten eine Druckerei für das Cover zu finden, aber keine fanden, obwohl die Bilder schon in Spiegel, Stern und sonst wo zu sehen waren. Schließlich legte die Band das Cover auf einen Fotokopierer und heftete die beiden Blätter zusammen. Irgendwann danach muß der Gitarrist Uwe Jahnke kalte Füße bekommen haben, denn sein Nachnahme ist auf dem Cover mit Edding ausgestrichen, ebenso ist auf dem Beiblatt aus der christian-na-klar-produktion eine xxxxxxxx-na-klar-produktion geworden und das Foto von Klar wurde durch 2 Eddingstriche unkenntlich gemacht. staatsmeinungsfetzen aus tagesschau & anderen pseudoobjektiven kommentaren werden aneinandermontiert. ebenfalls gespenstisch wie man das aus der distanz wahrnimmt: schleyer-entführung durch das hausner-kommando/forderung nach todesstrafe/abschaffung der zwangsernährung/erschießung von raf-geiseln/mogadischu/baader-enssin-raspe-selbstmord (oder „selbstmord“?) & was sonst noch alles an hysterischen überreaktionen passiert ist. 4 vokabeln werden von syph in die montage eingeblendet: heldentum, eigentum, eigenheim, stammheim!
syph
Tote in Gefängnissen, Polizeikontrollen an jeder Autobahnausfahrt und Strassenecke, Kill- und Computerfahndung prägten das neue Bild der BRD weit über das Politische hinaus, so dass es auch in den Nachbarstaaten wahrgenommen wurde. Brian Eno und Snatch setzten in England O-Tonschnipsel zu einem musikalisch dichten Stück zusammen, was auf die obskuren Menschenjagden der 70er einging. Im Punk und den weiteren musikalischen Umbrüchen der End-70er spiegelte sich die damals noch szenebestimmende Feindschaft gegenüber dem Rechts-Staat und seiner Organe wieder. Diese Staatsfeindschaft baut aber auf der in den emanzipatorischen, antiautoritären Bewegungen gemachten Erfahrung auf, dass eine bessere Organisation des Lebens möglich ist, eine Alternative zur BRD.Dies zeigte sich u.a. in der HausbesetzerInnen- und TUWAT-Bewegung der 80er. Im Gegensatz zur herrschenden Geschichtsschreibung über den „Deutschen Herbst ’77“ (wie sie auch gerne von Grünen-Gründern und TAZ-Pionieren dargestellt wird) waren Schleyer-Entführung und die „geselbstmordeten“(Die goldenen Zitronen – 6 gegen 60 Millionen) Gefangenen kein Ende der Geschichte der linksradikalen Bewegung , sondern Anfang einer neuen Etappe.

Andere in den Anfangs80ern bekannt gewordene Bands, wie Der Plan, DAF, FM Einheit (Einstürzende Neubauten), die in ihren Anfangsjahren kaum bis gar nicht mit Songs zur politischen Bewegung auffielen, setzen sich erst in den letzen Jahren mit der RAF auseinander. Gerade das aus O-Tonschnipseln und Industrial-Sounds zusammengesetzte „Ulrike Meinhof, Paradise“ zeigt wie intensiv und prägend die Künstler Andreas Ammer und FM Einheit die Geschichte der RAF empfunden haben müssen. Ein Mensch, der die Zeit nicht miterlebt hat, könnte das (scheinbar) massig vorhanden Archivmaterial kaum so treffend zusammensetzen. Auch an DAF und dem 2002er (!!!) Song „Kinderzimmer“ ist spürbar wie tief die Guerilla in die damalige Gesellschaft vorgedrungen ist.
…in meinem schönen kinderzimmer – damals noch im ruhrgebiet – herrschte immer die guerilla – guerilla ist der kleine krieg – ulrike meinhof war für mich – als kind ein echter superstar – an meinem heldenfirmament – mit valentina tereschkova, emma peel und raquel welch – in meinem schönen kinderzimmer – damals noch im ruhrgebiet – herrschte immer die guerilla (DAF-“Kinderzimmer“)
Die Kraft dieser Stücke geht dabei von der subjektiven Beschreibung der gesellschaftlichen Zustände aus, nicht von Indentifikation mit der Guerilla bzw. der (mit ihr) solidarisch verbundenen linken Bewegung, wie zu Zeiten von Ton Stein Scherben, die sich schon Mitte der 70er aus den Städten und den Kämpfen zurückzogen.
hafenstrasse
Bands, die ihre produktivsten Phasen Ende der 80er, Anfang der 90er hatten, wie Chumbawamba und Die goldenen Zitronen sahen sich wieder mehr als Teil der Bewegung und die RAF auch als Teil ihrer Geschichte, was bei dem Song „6 gegen 60 Millionen“ von den „Zitronen“ am klarsten hervorsticht. Mit dem, seit dem Beginn der 90er und dem damit einhergehenden Siegesgetöse der Kapitalisten gewachsenen Abstand wurde nun auch Kritik an den „im System angekommenen“ verbürgerlichten Ex-Revolutionäre klar formuliert:
„Sie hatten Angst vor der Konsequenz ihres eigenen Geredes, vor diesem und jenem und sonst noch was. Zum Beispiel ihrem Gerede von Revolution. Viel später zeigte sich, wie unnötig dies ganze Aufsehen doch war. Nichts weiter als 60 gegen 60 Millionen. Ein Teil von Geschichte, ein paar explosionen. Spektakuläre Fotos, ein zerfetzter Schleyer, ein prickelndes Spektakel und ein Volk auf der Jagd.“
oder auch:
„…die anderen schauen strickt nach vorn und achten tunlichts drauf nie wieder auf Seiten der Verlierer zu sein. Kein grund zur Angst vor der eigenen Geschichte, ist nur Geschichte und macht sich gut. Macht sich prächtig, ganz ausgezeichnet in jedem Lebenslauf. Wirklich kein Grund zur Angst.“(Die goldenen Zitronen – „6 gegen 60 Millionen“)
Auch von anderen Punkbands und HipHop Leuten gab es in den 90ern bis heute immer wieder Songs, die sich auf die RAF beziehen. Da geht es von Heldenverehrung (Wizo-“RAF“) bis zur konkreten Auseinandersetzungen mit dem Tod von Wolfgang Grams am 27.06.1993(Wizo-“Kopfschuss“, Dritte Wahl- „Bad K.“, Krombacher MC-“Manipulierte Informationen“ usw. – siehe http://badkleinen.sooderso.net/texte/musik.htm)

Wichtig ist, dass alle diese Umgangsweisen mit der Geschichte des bewaffneten Widerstands ihre Berechtigung haben und zeigt wie wichtig und notwendig es auch für die Bewusstseinsbildung der Subkulturen ist, dass sich MusikerInnen mit der eigenen Geschichte auseinandersetzen. Es bleiben Tondokumente, die diese Geschichte spürbar und (vielleicht auch) nachvollziehbar machen.

Um die kulturelle Verankerung und den Einfluss der RAF auf die Subkulturen, nicht nur in der damaligen BRD hör- und spürbar zu machen, habe ich euch 70min. Songs und Toncollagen zusammengestellt:
BaaderMeinhofMuzak – Songs und Toncollagen zur Rote Armee Fraktion (RAF) – 70min.- Sampler:
http://meckiemessermuzak.blogsport.de/2007/10/10/baader-meinhof-muzak/

BONUSTRACKS zum Text:
Mittagspause – Der lange Weg nach Derendorf.mp3
Die goldenen Zitronen – 6 gegen 60 Millionen.mp3
Slime – Gerechtigkeit.mp3
WIZO – RAF.mp3

…und zur Erinnerung an einen weiteren „Geselbstmordeten“:
WIZO – Kopfschuss.mp3
Krombacher MC – Manipulierte Informationen.mp3
Dritte Wahl – Bad K..mp3

Dazu gehörende Informationen zum Tod von Wolfgang Grams:
http://www.nadir.org/nadir/archiv/Repression/bad_kleinen/

ANDERSLAUTERN – Schwerpunkt: Artikel und Dokumente gegen die herrschende Geschichtsschreibung zu ´77:
http://www.anderslautern.de/index.php?id=447

Autor:
MeckieMesserMuzak (DJ, http://meckiemessermuzak.blogsport.de/)

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    Interview mit der Beatclub-Crew

    Den Beatclub (inkl. des Vorläufers DubHouseDisco) gibt es jetzt seit fast 12 Jahren. Über diese Zeit hat sich eine Crew an Veranstaltern gefunden, die mit Recht für sich beanspruchen kann, eine Institution in der Dancemusic-Szene geschaffen zu haben, die es in Kaiserslautern kein zweites Mal gibt. Im Beatclub liegt die Wurzel und wahrscheinlich auch die Zukunft der Clubkultur in KL.

    Das was den Beatclub darüberhinaus auszeichnet ist, über die Vorreiterrolle hinaus, dass sie mit dem Party machen und organisieren auch einen kollektiven und politischen Anspruch verbinden, der sich in der Art der Organisation und der öffentlichen Aussendarstellung widerspiegelt. Unbeeindruckt von gesponserter, ge“hype“ter aber inhaltsloser Musikbeschallung für Möchtegern-Yuppies und Pulvernasen gibt es noch einiges Anderes. Der Beatclub zeigt, dass mensch sich weder verkaufen und/oder von seinen Idealen abrücken muss, um populär und erfolgreich, über Jahre hinaus klassse Partys zu organisieren und zu feiern.

    Also, alles in allem gelebte AndersKultur.

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    DAS INTERVIEW:

    ANDERSLAUTERN:
    sagt mal kurz was zu eurer motivation und geschichte seit über10 Jahren regelmässig beatclub-partys zu organisieren und zu gestalten? wie hat sich der beatclub in den letzten jahren verändert?

    Meckie Messer Muzak (MMM):
    Das Erste was mir dazu einfällt ist das simpelste: Party zu feiern, in einem Rahmen und Umfeld das Spass macht, mit der Musik, die einem reingeht. So simpel das ist, so schwierig ist das auch. In öffentlichen Räumen – ob die nun von der Stadt od. irgendwelchen anderen öffentlichen Trägen gestellt werden – ist das oft mit grossen Restriktionen verbunden. In kommerziellen Läden, kostet allein der Eintritt und der notwendige Konsum von Flüssigkeiten soviel, dass mensch sich das teilweise gar nicht leisten kann. Kurz und Gut: der Kramladen war in dieser Hinsicht, dass beste was uns passieren konnte. Achim und ich hatten vorher mit einigen anderen Leuten versucht, Mitstreiter für ein selbstverwaltetes Zentrum in KL zu finden, und öffentlich die Notwendigkeit für ein solches aufzuzeigen. Ergebnis dieser Aktionen war, dass wir von vielen Leuten mitbekamen, dass sowas schon gerne angenommen würde. Was dafür zu tun, war aber dann doch die Sache der Wenigsten. Unserer Weisheit letzter Schluss war es dann eine Partylocation anzubieten, in der selbstbestimmtes Feiern möglich war, außerhalb von Kommerzkultur und Entpolitisierung. Daraus kommt das, was heute BEATCLUB heisst.

    fabzze:
    Ich bin erst seit knapp 5 Jahren beim beatclub dabei. Hab die Leute über ein paar andere Veranstaltungen kennengelernt und bin dann nach und nach eingestiegen. Am Anfang stand vor allem das Cocktailmischen und natürlich auch trinken ;-) im Vordergrund. Und am Partys organisieren hatte ich schon immer Spaß.

    In den letzten Jahren hat sich der beatclub ziemlich gut eingespielt, das meiste läuft fast von allein, aber das Wochenende ist doch komplett verbucht. Das letzte Jahr verlief, nach einer halbjährigen Flaute, wieder super, viele Leute, super Stimmung und fleißig Cocktails mixen. So bleibt auch die Motivation, mit dem beatclub die nächsten Jahre weiterzumachen.

    Achim:
    Seit meinen Schülerzeiten hab ich immer schon gerne Partys organisiert und öfters auf privaten Feten Musik aufgelegt. Dazu kam Anfang der 90er Jahre über die Kuba-Solidarität das Interesse am Cocktail-Mixen dazu. Zusammen mit Carsten, der sich bereits einen breiten Grundstock an Dub und anderen elektronischen Geschichten angelegt hatte, reifte dann die Idee für eine regelmäßige Party im Kramladen der UNI Kaiserslautern. Vor fast 12 Jahren, am 14.12.1995 stieg zum ersten Mal der Beatclub, damals noch unter dem Titel „Dub-House-Disco“.
    Parallel dazu organisierten wir über den damaligen AStA einige Schul- und Vorlesungs-Schwänzer-Partys, die bereits vormittags begannen.

    Außerdem war der Beatclub von Anfang an als nichtkommerzielles Projekt gedacht, um DJs aus dem Bereich elektronischer Musik ein Forum außerhalb der „etablierten“ Clubkultur zu bieten. Im Verlauf der Jahre wandelten sich die musikalischen Schwerpunkte von House und Dub über Big-Beat zu Breakbeats (Jungle/Drum` n` bass) und Dancehall/Raggae/Ragga. Aufgrund dieser Entwicklung haben wir die Dub-House-Disco im Jahre 1997 in Beatclub umbenannt.

    Fester Bestandteil ist von Anfang an auch die cubanische Cocktailbar der „Tupac Amaru Crew“. Darüberhinaus gab und gibt es Informationen und Solidaritätsaktionen zu aktuellen politischen Themen (Antimilitarismus, Antirassismus, soziale Bewegungen).

    MMM:
    Mit der Mumia Soliparty Ende letzten Jahres, die wirklich Klasse war, auch mit der Veranstaltung zum Widerstand innerhalb der US-Armee davor, ist das politische Element wieder zurückgekehrt, was lange so nicht mehr greifbar war. Auch erinnert gerade die DANCEHALL&REGGAE NIGHT, allein schon durch die Verjüngung des Publikums an die Feten in Autonomen Zentren. Auch wenn sich im BEATCLUB kein organisiertes und politisiertes Publikum sammelt, ist das Freiheitsgefühl und die Lust auf das ANDERE, was ja wohl auch so im Namen der ANDERSLAUTERN-Website steht greifbar. Im Gegensatz zu manchen Jahren in der BEATCLUB-Geschichte, macht’s im Moment richtig viel Spass, und es wäre Schade, wenn diese Geschichte nicht so weitergeht. Besser wäre natürlich ein Selbstverwaltetes Zentrum. Wenn sich wieder Menschen aufmachen FREIRÄUME zu erstreiten sind wir dabei bzw. würden sofort umziehen.

    ANDERSLAUTERN:
    wie macht ihr das mit der kohle, so eine party zu organisieren kostet ja auch zeit und geld?

    Achim:
    Bei uns wird alles in einen Topf geschmissen und dann unter den Beteiligten aufgeteilt, egal ob Du an der Bar, an der Kasse oder als DJ dabei bist. Und im Vorfeld werden noch Flyer verteilt und plakatiert, was schon einige Zeit in Anspruch nimmt.

    fabzze:
    Der beatclub kennt keine „Chefs“ für die die Leute arbeiten und die sich den meisten Teil der Kohle abzapfen. Bei uns gibt es für alle die Abends dabei sind, die gleiche Kohle, egal ob Kasse, DJ´s oder Theke. Wer sich die Zeit noch mit Aufbauen oder Putzen vertreibt, bekommt noch ein wenig obendrauf, die Leute hatten dann ja auch mehr Zeitaufwand. Der beatclub arbeitet aber nicht darauf hin, möglichst viel Gewinn zu machen. Ich hoffe, das merkt man an unseren Eintritts- und Getränkepreisen.

    MMM:
    Das was an den Partys reinkommt, entspricht den Mühen der Vorbereitung und der damit verbundenen Arbeitszeit in keinster Weise. Das wir´s trotzdem machen zeigt ja schon wieviel Spass es auf der anderen Seite auch macht. Vielleicht müssen wir deshalb demnäxt mit den Preisen ein kleines Stück hochgehen, um bei nicht so gut besuchten Partys, die Leute nicht so billig abspeisen zu müssen.


    ANDERSLAUTERN:

    es gibt mit sicherheit auch mal schwierigkeiten, z.b. wenn nicht genug leute kommen od. jemand von euch ausfällt. wie geht ihr damit um?

    MMM:
    Wenn die Party nicht ausreichend besucht wird gehen alle nur mit ’nem Taschengeld nachhause. Selbst die DJ’s, MC’s bzw. Soundsystems kommen dann gerade mal auf ein bisken mehr, als auf ihre Fahrtkosten. Da wir die Kohle auf alle verteilen, die an so nem Abend mitarbeiten, sind für die Musikmacher keine festen Gagen möglich. Da ist es schon klasse, dass trotzdem so viele Freude von außerhalb kommen, um mit uns Party zu machen.


    Achim:

    Es kam immer mal wieder vor, dass weniger Besucher kamen als erwartet. Klar, dann kann sich so eine Nacht ganz schön ziehen. Aber inzwischen läuft es wieder gut, was auch bestimmt an unserer Homepage www.beatclub-kl.de liegt! Und wenn jemand unerwartet ausfällt, dann hilft von der Kasse oder von den DJs mal jemand an der Theke mit. Manchmal haben auch schon Besucher mit etwas Cocktailerfahrung spontan mitgeholfen.

    fabzze:
    Wenn nicht genug Leute kommen ist es vor allem schade, weil die Party nicht so gut wird und wir uns hinter der Theke langweilen müssen ;-) . Ansonsten haben wir meist ein paar FreundInnen, die halbwegs spontan noch einspringen können, falls doch mal jemand fehlt. Und wenn nicht, habt ein wenig Nachsicht, wenn es beim Bedienen nicht ganz so schnell geht.

    MMM:
    Bei den Musikmachern ist das nicht so wild. Notfalls bestreitet Mensch so nen Abend, dann zu zweit, was zwar gerade auch körperlich anstrengend ist, aber doch meistens ohne großen Qualitätsverlust klappt.

    ANDERSLAUTERN:
    habt ihr ne vorstellung ob und wie das mit dem beatclub weitergeht? können sich bei euch auch neue leute einbringen?

    Achim:
    Es wäre schon gut, wenn sich mehrere Leute sowohl bei der Vorbereitung (Flyer verteilen, Aufbau), während der Party an der Cockailbar und auch beim Putzen am Tag danach engagieren würden.

    MMM:
    Wie oben schon erwähnt haben wir schon ab und zu nen Arbeitskräftemangel. Wenn wir mehr Leute hätten, die sich hinter die Theke stellen oder Kasse machen würde das Einiges leichter machen. Am Besten wär´s natürlich, wenn das nicht jedesmal wechselt, sondern ein fester Stamm von Leuten verlässlich zusagt z.B. Theke zu machen. Die müssen ja auch angelernt werden, da ein mehr an Leuten ja nicht nicht automatisch heisst, dass es schneller geht.

    fabzze:
    Bei ein paar von uns hat sich in den letzten Jahren das andere Leben stärker gewandelt, so daß es manchmal schwierig wird, sich ein ganzes Wochenende für einen beatclub freizuschaufeln. Von dem her freuen wir uns immer über Leute, die uns unterstützen und bei uns mitmachen wollen. Vielleicht ist in manchen Bereichen auch mal ein Generationswechsel fällig… ;-)

    ANDERSLAUTERN:
    gibt es schon besondere planungen für die zukunft?

    MMM:
    Der Mai-Beatclub soll ein Soli-BEATCLUB für die G8-Mobilisierung werden. Wir wollen dadurch in erster Linie auf den Widerstand gegen das G8-Treffen im Juni in Heiligendamm/Meckpomm aufmerksam machen und Leute dazu mobilisieren sich damit Auseinander zu setzen, dass sich diesmal hier in Deutschland die Politiker treffe, die meinen über Krieg und Frieden, die Ausbeutung von Mensch und Umwelt bestimmen zu können. Dort werden mindestens Hunderttausend Menschen aus aller Welt hinfahren um den „Allmächtigen“ die Meinung zu geigen. Das Geld, was an dem Abend reinkommt, soll an Leute gehen, die hochfahren wollen bzw. an Rechtshilfefonds, die Leute unterstützen, die dort von den Bullen abgegriffen werden, und nachher Verfahren am Hals haben.

    So wie es im Moment aussieht, gehen wir im Juni mit ner RaggaJungle Night in die Sommerpause. Das könnte ne Verbindung schaffen zwischen der Reggae & Dancehall Szene und den Drum & Bass Headz. Also was für ALLE, die zu uns kommen, um richtig gut Party zu machen.

    ANDERSLAUTERN:
    habt ihr auf diesem weg noch was, was ihr den partypeoples sagen wollt?

    MMM:
    Yo, haltet euch frisch .Party feiern und Leben genießen widerspricht sich nicht mit Engagement und Kreativität. Es wäre schön, wenn wir in Lautern nicht die einzigen bleiben, die mit Kollektivität und Spirit Partys und andere Möglichkeiten zusammen zu kommen organisieren. AndersKultur ist Machbar. Wenn der Beatclub irgendwann mal Geschichte sein wird (, auch wenns im Moment nicht so aussieht), hoffe ich, dass es genug Inspirierte gibt, die mindestens genauso klasse Partys machen und organisieren werden.

    Stay rude, stay Rebel !!!

    fabzze:
    Macht weiter so, fette Partys und super Stimmung und…

    benutzt die Toiletten, wenn ihr noch könnt! ;-)

    Achim:

    Keep on movin`, haltet den Dancefloor weiter so in Schwung:

    Fight for your right to party! party for your right to fight!

    anderslautern, 05/07




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